Dieser Artikel stellt ein neues Modell zur Interpretation poetischer Diskurse vor, das „kritische metaphorische–metonymische Analyse“ genannt wird und die Integration der Modelle der kritischen Metaphern- und Metonymieanalyse beinhaltet. Die Studie zeigt, dass poetische Diskurse oft das Ergebnis der Interaktion zweier kognitiver Mechanismen sind: Metapher und Metonymie. Es bestehen drei Haupttypen der Interaktion: In metapherdominierten Diskursen spielt Metonymie eine wichtige unterstützende oder ergänzende Rolle; in metonymiedominierten Diskursen ist die unterstützende Rolle der Metapher begrenzt; und in ausgewogenen Diskursen zwischen Metapher und Metonymie unterstützen sich beide gegenseitig in gewissem Maße. Das neue Analysemuster besitzt eine starke Erklärungsfähigkeit und kann neue Wege und Methoden basierend auf sprachlichen Fakten zur Interpretation poetischer Diskurse anbieten, wodurch das größere Bedeutungspotenzial poetischer Diskurse freigesetzt und die Entwicklung der kognitiven Poetik gefördert wird.